Mailänder Edikt
Das Mailänder Toleranzedikt oder Zwei-Kaiser-Edikt wurde im Jahre 313 von Konstantin I. (Kaiser des Westens) und Licinius (Kaiser des Ostens) erlassen. Es gewährte »...sowohl den Christen als auch überhaupt allen Menschen freie Vollmacht, der Religion anzuhängen, die ein jeder für sich wählt...«.

Damit stellte das Toleranzedikt von Mailand eine Meilenstein in der Glaubensfreiheit dar, da es die Freiheit der Glaubensentscheidung für alle Religionen und nicht nur, wie oft fälschlicherweise behauptet wird, die Gleichstellung des Christentums neben der römischen Religion sicherte. Zur offiziellen Staatsreligion des Römischen Reichs wurde der christliche Glaube erst im Jahre 380 unter Kaiser Theodosius I. erklärt .

Der Wortlaut des Mailänder Ediktes

»Ich, der Kaiser Konstantin, und ich, der Kaiser Licinius, haben alles, was der Wohlfahrt und Sicherheit des Staates dient, erwogen und beschlossen, den Christen ebenso wie allen anderen freie Wahl zu lassen, der Gottesverehrung zu folgen, die ein jeder wünscht, damit, was an Göttlichem auf himmlischen Sitze thront, uns und allen, die unter unserer Herrschaft leben, gewogen und gnädig sein möge. Dies geschieht im Interesse der Ruhe unserer Zeiten.

Außerdem verfügen wir betreffs der Christen, dass man ihnen die Stätten, an denen sie sich früher zu versammeln pflegten, unentgeltlich ohne jeden Verzug zurückgebe. Wenn die, welche diese Orte gekauft haben, etwas von unserer Güte wünschen, so mögen sie sich an den zuständigen Statthalter wenden, damit auch für sie durch unsere Güte gesorgt werde.«
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